Neuerlicher Digitalisierungsschritt in der KAGes stellt Weichen für die Zukunft

Pressemitteilung

Die elektronische Fieberkurve (eFK) ist nun in allen Spitälern der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. (KAGes) im Einsatz. Nicht nur damit, sondern auch mit dem e-Rezept und der Einsicht in Ambulanzbefunde über die Elektronische Gesundheitsakte ELGA nimmt die KAGes im Bereich der Digitalisierung eine Vorreiterrolle ein. Die elektronische Fieberkurve in allen 105 Spitalsabteilungen schafft die Basis für weitere Digitalisierungsschritte.

Gruppenfoto
Dipl.-Ing. Dr. Markus Pedevilla, MSc, KAGes Direktor für Digitalisierung, IT, Organisationsentwicklung und Innovationen; Gesundheitslandesrat Dr. Karlheinz Kornhäusl; Ass.Ärztin Dr. Martina Carnieletto, LKH-Univ. Klinikum Graz; Vorstandsvorsitzender Univ. Prof. Ing. Dr. Dr. h.c. Gerhard Stark; Vorstand für Finanzen und Technik Mag. DDr. Ulf Drabek, MSc MBA | © KAGes

Vor Kurzem verließ der letzte KAGes-Patient, dessen Vitalzeichen, Visitenprotokolle und Medikation noch auf Papier in der Fieberkurve dokumentiert wurden, das Krankenhaus. Nun wird der Krankheitsverlauf in allen 105 Abteilungen der KAGes-Spitäler digital erfasst. Pilothaus für die „elektronische Fieberkurve“ (eFK) war vor sieben Jahren der LKH-Standort Hartberg; das Finale erfolgte im LKH Graz II. Trotz außergewöhnlicher Umstände während der Pandemie konnte das Projekt zeitgerecht abgeschlossen werden.

Übersichtlich, lesbar und ortsunabhängig

Direktor Markus Pedevilla demonstriert die elektronische Fieberkurve
Direktor Markus Pedevilla demonstriert die elektronische Fieberkurve | © KAGes

Die Vorteile dieses Digitalisierungsschritts liegen einerseits in der Übersichtlichkeit der Dokumentation, in der durchgehenden Lesbarkeit unabhängig von individuellen Handschriften und der Standardisierung in allen KAGes-Häusern. Außerdem ist die gesamte Krankengeschichte einschließlich der Fieberkurve von allen KAGes-internen und mit der KAGes verbundenen Computern zugänglich, sofern die zugreifenden Mitarbeiter*innen über eine entsprechende Berechtigung verfügen.

„Wir erreichen mit dem Abschluss des eFK-Rollouts einen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte der KAGes und sind damit punkto Digitalisierung wieder Vorreiter in Österreich und auch im absoluten europäischen Spitzenfeld angesiedelt“, resümiert Markus Pedevilla, Direktor für Digitalisierung, IT, Organisations­entwicklung und Innovationen in der KAGes.

Die KAGes ist mit der vollständigen Implementierung an sämtlichen Standorten und in allen 105 Abteilungen zudem österreichweit der einzige Spitalsträger, der das digitale Monitoring in dieser Form flächendeckend umgesetzt hat.

 

e-Rezept und Befundabfrage

Nicht zum ersten Mal erweist sich die KAGes im Bereich der Digitalisierung als Vorreiterin: Mit der Implementierung des e-Rezepts im Dezember 2022 als erster österreichischer Krankenanstaltenträger sowie der Abfragemöglichkeit von Ambulanz­befunden via ELGA ab Herbst 2023 hat die KAGes ihren Patient*innen Möglichkeiten eröffnet, die immer noch nicht in allen Bundesländern zur Verfügung stehen.

Zwei Mitarbeiterinnen arbeiten mit der elektronischen Fieberkurve
PA Sofie Abl und DGKP Samantha Hinteregger vom LKH-Univ.Klinikum Graz | © KAGes

„Die Digitalisierung von Medizin und Pflege erhöht die Effizienz, Genauigkeit und Qualität der Patient*innenversorgung und unterstützt Mitarbeiter*innen in ihrer täglichen Arbeit. Die KAGes setzt hier Maßstäbe und darauf sind wir stolz“, betont KAGes-Vorstandsvorsitzender Univ.-Prof. Ing. Dr. Dr. h.c. Gerhard Stark.

„Mit der elektronischen Fieberkurve, dem e-Rezept und der umfassenden Befund- und Bild-Einsicht über ELGA gehören wir zum österreichischen Spitzenfeld. Die elektronische Fieberkurve stellt zudem die Weichen in die Zukunft der zeitgemäßen Patientenversorgung, indem sie die Basis für viele weitere digitale Anwendungen schafft“, ergänzt Mag. DDr. Ulf Drabek, MSc MBA, Vorstand für Finanzen und Technik in der KAGes.

Gesundheitslandesrat Dr. Karlheinz Kornhäusl erklärt: „Wir wollen die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen und die Qualität der Versorgung verbessern, deshalb investieren wir in innovative Projekte, von denen Patient*innen und Mitarbeiter*innen profitieren. Wir reduzieren die Bürokratie und vereinfachen Abläufe in den Spitälern, indem wir die Chancen der Digitalisierung nutzen. Damit schaffen wir mehr Zeit für Patient*innen und weniger Zeit für Formulare.“

 

Stimmen aus der Praxis zur eFK

Die zwei zitierten Krankenpfleger Stefan Hackl und Herbert Koller
DGKP Herbert Koller und DGKP Stefan Hackl | © LKH Graz II

DGKP Stefan Hackl, Stationsleiter der Abteilung für Innere Medizin 2 (Kardiologie und Intensivmedizin) am LKH Graz II, Standort West: „Für mich ist vor allem die Zeitersparnis wesentlich. Manche Prozesse können mit dem neuen System parallel ausgeführt werden, beispielsweise, wenn Patient*innen bei Untersuchungen sind, können gleichzeitig Daten der Fieberkurve abgerufen und bearbeitet werden. Die Ärzt*innen dokumentieren direkt im System, und wir können sofort reagieren, ohne lange nach der Fieberkurve suchen zu müssen.“

DGKP Herbert Koller, Stationsleiter der Abteilung für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie am LKH Graz II, Standort Süd: „Aus meiner Sicht ist die Lesbarkeit der größte Vorteil an der eFK. Es gibt damit keine unleserlichen Notizen mehr. Alles viel strukturierter und man findet die Dokumentation auf Knopfdruck.“

Daten & Fakten

Zur elektronischen Fieberkurve (eFK):

  • Am 25. November 2025 hat um exakt 9 Uhr 50 der letzte KAGes-Patient, dessen Aufenthalt in einer Fieberkurve auf Papier dokumentiert wurde, das LKH Graz II verlassen. Die Einführung der elektronischen Fieberkurve bedarf in jedem Spital auch einer Nachlaufzeit, so erfolgte demnach der offizielle Projektabschluss im Februar 2026.

  • Die eFK ist eine umfassende Applikation, die nicht nur die Körpertemperatur während eines Krankenhausaufenthaltes speichert, sondern auch sämtliche Vitalzeichen (Puls, Blutdruck etc.) und den gesamten Krankheitsverlauf, ebenso die verabreichten Medikamente, Visitenprotokolle, Laborergebnisse sowie alle Anordnungen und Anmerkungen des medizinischen Personals.

  • Die eFK ist Teil des Krankenhausinformationssystems openMEDOCS und somit eng mit diesem vernetzt. Sämtliche in anderen Anwendungsbereichen erfassten Warnhinweise und Informationen wie beispielsweise bereits doku­men­tierte Medikamentenallergien werden automatisch direkt in der Fieberkurve angezeigt.

  • Die Umstellung aller Abteilungen auf den papierlosen Prozess erforderte intensive Begleitung während der gesamten Projektdauer. Das Projekt­management erfolgte ausschließlich mit KAGes-eigenen Personalressourcen.


 

Zum e-Rezept:

  • Anfang Dezember 2022 hat die KAGes als erster österreichischer Krankenanstaltenträger das e-Rezept eingeführt. 

  • Derzeit speichern die Ärzt*innen der KAGes monatlich rund 20.000 Rezepte im e-card-System. Nicht auf der Karte selbst – diese dient nur als Schlüssel, um die Daten einsehen zu können.

  • Hat man die e-card nicht dabei (oder möchte jemand anderem die Erlaubnis übertragen, das e-Rezept einzulösen), ist das auch mittels QR-Code auf Papier oder in der Handy-App möglich.

  • Da das e-Rezept für die Verrechnung zwischen Apotheke und Sozialversicherung verwendet wird, kann man sich davon nicht abmelden.
    E-Rezepte werden nur dann automatisch in die ELGA übernommen, wenn man sich nicht von der ELGA beziehungsweise der Anzeige der Medikationsdaten in der ELGA abgemeldet hat. Die Übernahme in die ELGA dient als Information für nachbehandelnde Ärzt*innen: Wechselwirkungen können so vermieden werden, ebenso Mehrfachverschreibungen.


 

Zur Einsichtnahme in Ambulanzbefunde und Radiologieuntersuchungen:

  • Seit Dezember 2015 können Patient*innen selbst über die ELGA Einsicht in ihre Entlassungsbriefe, Radiologie- und Labor­befunde nehmen. Seit Herbst 2023 gibt es diese Möglichkeit auch für Ambulanzbefunde und Befunde tagesklinischer Eingriffe. Mit diesem Service war die KAGes unter den ersten beiden Gesundheitseinrichtungen – in etwa zeitgleich mit den Tirol Kliniken.

  • Radiologische Bildaufnahmen, die seit Jahresbeginn 2025 in einem Spital der KAGes erzeugt wurden, sind seit Frühjahr 2025 für behandelnde Ärzt*innen via ELGA einsehbar; ab 2026 ist dieses Service auch für Patient*innen über das neue ELGA-Bürgerportal geplant.

     

Rückfragehinweis für Medien

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