Eiweiß als Schlüssel für Gesundheit und Genesung
Anlässlich des Tags der Diätologie am 11. März rücken die Diätologinnen des LKH Oststeiermark die Bedeutung einer ausgewogenen und individuell angepassten Eiweißversorgung in den Fokus. Ob im Alltag, bei Wundheilungsstörungen oder im Rahmen einer Krebstherapie, Mangelernährung im Alter sowie in der Diabetestherapie – eine gezielte Ernährungstherapie stärkt Muskeln, Immunsystem und Lebensqualität und leistet einen wichtigen Beitrag zum Behandlungserfolg.
Proteinreiche Ernährung liegt derzeit aus gutem Grund im Trend und ist buchstäblich in aller Munde. Eiweiß ist ein essenzieller Nährstoff und wichtiger Baustein für Muskeln, Immunsystem und zahlreiche Stoffwechselprozesse im Körper. Hochwertige Proteinquellen finden sich sowohl in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten als auch in pflanzlichen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Nüssen und Beilagen.
Der tägliche Eiweißbedarf eines gesunden Erwachsenen beträgt im Durchschnitt 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Eine Person mit 75 Kilogramm benötigt somit rund 60 Gramm Eiweiß pro Tag. Dieser Bedarf lässt sich in der Regel problemlos über eine ausgewogene Mischkost decken. Zusätzliche Eiweißshakes oder -riegel sind für gesunde Menschen in der Regel nicht notwendig.
Anders als bei gesunden Personen stellt sich die Situation bei bestimmten Krankheitsbildern dar. Besonders bei Wundheilungsstörungen ist eine erhöhte Proteinzufuhr notwendig und entscheidend für den erfolgreichen Verlauf der Genesung. Am LKH-Standort Feldbach wird im Rahmen der klinischen Ernährungstherapie deshalb in solchen Fällen gezielt auf eine proteinreiche Kost geachtet. Der Bedarf liegt hier im Durchschnitt zwischen 1,2 und 1,5 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Um diesen erhöhten Bedarf zu decken, kommen – ergänzend zur normalen Ernährung – spezielle eiweißreiche Produkte zum Einsatz.
Auch und besonders bei Krebserkrankungen können gezielte diätologische Maßnahmen die Therapievoraussetzungen verbessern, die Immunfunktion aufrechterhalten, Nebenwirkungen lindern, die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus beeinflussen und die Lebensqualität steigern. Aufgrund des erhöhten Energiebedarfs während einer Krebstherapie kommt es häufig zu ungewolltem Gewichtsverlust und Nährstoffmangel. Mit einer gezielten diätologischen Betreuung und Kontrolle kann eine bestehende oder drohende Mangelernährung frühzeitig erkannt und ausgeglichen werden.
In der onkologischen Ernährungstherapie wenden die Diätologinnen am LKH-Standort Fürstenfeld die Bioelektrische-Impedanz-Analyse (BIA) an, die sowohl der diagnostischen Beurteilung des Ernährungszustands als auch der Verlaufskontrolle dient. Die BIA ist ein schnelles und einfach durchführbares Messinstrument zur Bestimmung der Körperzusammensetzung, bei der – einfach gesagt - die elektrische Leitfähigkeit des Körpers genutzt wird: Über Elektroden an Hand- und Fußgelenk wird ein sinusförmiger Wechselstrom angelegt. Aus den gemessenen Widerständen kann die Verteilung von Muskel-, Fett- und Wasseranteil im Körper dargestellt werden.
Auch am LKH-Standort Hartberg wird im Rahmen der klinischen Ernährungstherapie bei älteren und/oder mangelernährten Patienten auf eine individuell angepasste ausreichende Eiweißzufuhr geachtet. Ebenso kann mithilfe einer ausreichenden Versorgung mit Ballaststoffen und Eiweiß die Blutzuckereinstellung von Menschen mit Diabetes optimiert werden. Durch die Wirkung von Eiweiß auf Neurotransmitter (Botenstoffe im Gehirn) ist es möglich, Heißhungerattacken, Konzentrationsschwierigkeiten und Stimmungsschwankungen mit Hilfe einer bedarfsdeckenden und eiweißoptimierten Ernährung zu beeinflussen.
Somit wird einmal mehr deutlich: Eine ausgewogene, individuell angepasste Ernährung ist ein wesentlicher Baustein für Gesundheit und den erfolgreichen Verlauf des Genesungsprozesses. Diätolog*innen leisten hierfür einen wichtigen Beitrag – von der Prävention bis zur gezielten Ernährungstherapie.
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Hanna Lang, BA und Mag. Lisa Anna Wetzelberger
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